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Fünf Verfahren unter einem Dach. Jedes hat seinen Platz — wir wählen das richtige für Ihr Bauteil und Ihren Werkstoff.

Verfahren
der Wärme.

01 Härten im Schutzgas mit Ölabschreckung 02 Vakuumhärten 03 Gasnitrieren 04 Induktivhärten 05 Niederdruckaufkohlen
— Verfahren 01 / 05

Härten im Schutzgas mit Ölabschreckung

Das klassische Härten mit Ölabschreckung — das wirtschaftlichste Verfahren für viele Vergütungs- und Werkzeugstähle.

Erwärmen über die Austenitisierungstemperatur, anschließend abrupte Abschreckung im Warmölbad. Ergebnis: ein martensitisches Gefüge mit hoher Härte, das durch Anlassen auf die Zielzähigkeit gebracht wird.

Typische Anwendungen
  • +Schnitt- und Stanzwerkzeuge
  • +Wellen, Achsen, Bolzen
  • +Federn und Vergütungsteile
  • +Allgemeiner Maschinenbau
— Verfahren 02 / 05

Vakuumhärten

Verzugsarm, blank, sauber. Das Verfahren der Wahl, wenn nach dem Härten kaum nachgearbeitet werden soll.

Erwärmung im Hochvakuum, Abschreckung mit Stickstoff unter Druck. Keine Randoxidation, keine Entkohlung — Bauteile kommen blank und maßhaltig aus dem Ofen.

Typische Anwendungen
  • +Spritzgusswerkzeuge
  • +Stanz- und Folgeverbundwerkzeuge
  • +Schneid- und Fräswerkzeuge (HSS)
  • +Feinmechanik mit Maßtoleranz
— Verfahren 03 / 05

Gasnitrieren

Eine harte Randschicht aus Eisennitriden — bei nahezu null Verzug. Ideal, wenn die Geometrie schon stimmt.

Diffusion von atomarem Stickstoff in den Werkstückrand bei rund 500 °C — weit unter der Härtetemperatur. Das Bauteil wird härter, ohne dass es sich verzieht.

Typische Anwendungen
  • +Druckgusswerkzeuge
  • +Schnecken und Zylinder (Extruder)
  • +Kurbelwellen, Nockenwellen
  • +Hydraulikbauteile
— Verfahren 04 / 05

Induktivhärten

Punktgenau, partiell, schnell. Funktionsflächen härten — und den Kern zäh lassen.

Hochfrequenter Wechselstrom erzeugt im Bauteilrand Wirbelströme und damit lokale Wärme. Sekunden später folgt die Wasserabschreckung — gehärtet wird nur dort, wo es muss.

Typische Anwendungen
  • +Antriebs- und Getriebewellen
  • +Zahnflanken, Großzahnräder
  • +Kettenräder, Kupplungen
  • +Hubzapfen und Lagerstellen
— Verfahren 05 / 05

Niederdruckaufkohlen

Maximale Belastbarkeit durch präzise Härtung im Vakuum.

Bei einem sehr niedrigen Druck von nur 0,05 mbar diffundiert Kohlenstoff gezielt in die Randschicht des Werkstücks. Dadurch entsteht eine harte und verschleißfeste Oberfläche bei gleichzeitig zähem Kern – ideal für hochbeanspruchte Bauteile, die hohen Drücken und mechanischen Belastungen standhalten müssen.

Typische Anwendungen
  • +Zahnräder und Getriebeteile
  • +Hochbelastete Maschinenbauteile
  • +Komponenten unter hoher Druckbelastung
  • +Präzisions- und Antriebstechnik

Vergleich auf einen Blick.

Verfahren Härte Verzug Oberfläche Stärke
Härten im Schutzgas mit Ölabschreckung 58–64 HRC Mittel Schwarz, oxidiert Wirtschaftlich
Vakuumhärten 60–66 HRC Gering Blank Maßhaltigkeit
Gasnitrieren 800–1200 HV Sehr gering Matt grau Verschleißschutz
Induktivhärten 55–62 HRC Lokal kontrolliert Bereichselektiv Partiell + schnell
Niederdruckaufkohlen 58-64 HRC Verzug gering Blank und sauber Maßhaltig und keine Randoxidation